STELLUNGNAHME

Das Thema Palmöl ist brisant und aktuell, deshalb möchte ich hier meinen Standpunkt dazu erläutern.

Palmöl ist ein wertvoller Rohstoff. Es ist ein unglaublich schnellwachsender Rohstoff und sehr ertragreich.
Anteilig in Seifenrezepturen macht es schöne, feste und haltbare Seifen.
Leider haben auch die Großkonzerne die verschiedenen Vorteile des Palmfetts für sich entdeckt – und bauen es nun in indonesischen Plantagen an, ohne Rücksicht auf die Natur. Es wird sowohl in Putzmitteln als auch in Körperpflege und Lebensmitteln (besonders in Fertigprodukten) verarbeitet. Jeder der schon einmal eine Packung Kekse oder Fertiggerichte gekauft hat sollte dringend einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Der Löwenanteil des Billig-Palmöls geht übrigens in die Herstellung von Bio-Diesel.

Ich verwende in einigen Seifen ebenso Palmöl. Es kommt nicht aus Indonesien sondern aus Brasilien, und wird dort kontrolliert biologisch angebaut. Das bedeutet abgesehen von der Chemiefreien Bewirtschaftung auch, dass kein Wald dafür gerodet wurde.
Intensive Gespräche mit meinem Händler haben mich davon überzeugt, dass ich dieses Palmöl mit reinem Gewissen in meiner Seife verwenden kann. Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller in Brasilien besteht schon viele Jahre und basiert auf Vertrauen.

Wirklich ändern wird sich die Palmöl-Problematik nur, wenn die großen Konzerne umdenken. Ich bin überzeugt, dass kleine Palmöl-Produzenten, die ihr Handwerk ehrlich und rücksichtsvoll betreiben, es verdient haben, unterstützt zu werden. Generell beziehe ich zum Großteil Bio-Rohstoffe, da deren Anbau Rücksicht auf die Umwelt nimmt – ich bin übrigens der Meinung, dass man sich nicht nur auf das “aktuelle Thema” Palmöl konzentrieren darf – die Frage nach Herkunft und Umweltverträglichkeit sollte man sich bei allen Rohstoffen stellen.

Zum Thema am 5.11.2015 “Die Zeit-online”:  
„Wir rufen deshalb aber nicht zu einem Boykott von Palmöl auf“, sagt Jenny Walther Thoß, Referentin für Nachhaltige Biomasse vom WWF. Das würde die Probleme in den Anbauländern nicht lösen. „Wir stehen in der Verpflichtung, als einer der Hauptmärkte von Palmöl auf die Anbaubedingungen einzuwirken, ökologische und soziale Verbesserungen und Mindeststandards zu fordern und diese zu unterstützen.“ Verbraucher sollten also die Herstellung nachhaltigen Palmöls einfordern, allein zertifizierte Produkte kaufen – auch wenn das Siegel keine Sicherheit gewährleistet und die Produkte teurer sind.
Naturschützer raten davon ab, Palmöl durch andere Pflanzenöle, zum Beispiel aus Raps oder Sonnenblumen, zu ersetzen. „Um die gleiche Menge Öl zu erzeugen, würden deutlich größere Flächen benötigt“, heißt es etwa von Greenpeace. Die Ölpalme ist dreimal so ertragreich wie Raps und beansprucht für den gleichen Ertrag etwa sechsmal weniger Fläche als Soja. Letzteres ist das zweitwichtigste Pflanzenöl weltweit. Dessen Anbau zu fördern, würde das Problem aber nur verlagern